Heute sagt man: „Optimismus ist ein Mangel an Information“. Die blau-weißen Volleyballherren des TSV meinten aber genug Informationen über die Auftaktgegner Lindow und Angermünde zu haben. Schließlich kennt man sich seit Jahren in der Landesliga Nord. So wollte man demzufolge gut in die neue Punktspielsaison starten noch dazu in heimischer Halle. Angermünde war in der letzten Saison Dritter, Lindow Fünfter und Schwedt Siebter.
Auch bei Schwedt hatte sich in der personellen Besetzung nichts geändert. Leider startete man gegen Lindow auch so wie immer. Tschernitschek konnte zwar mit dem ersten Block von der Drei einen Akzent setzen, aber dann schien es so, als ob die Schwedter den Trainer fragen müssten, wie der Ball aussieht. Es klappte weder die Annahme, noch der Angriff und auch mit den Aufgaben gab man sich vergeblich Mühe. So liefen die TSV-Herren ständig einem Rückstand hinterher, der immer größer wurde. Das Drama des ersten Satzes wurde mit 25:18 beendet. Auch der zweite Satz begann nicht besser, wie der erste geendet hatte. Beim Stand von 6:6 wurde aber endlich auch bei den Schwedtern Volleyball gespielt. Schönemann und Tschernitschek konnten mit guten Aufschlägen die Mannschaft bis 18:12 in Führung bringen. Pohl gelang es durch gute Pässe Dreblow und Rother in Szene zu setzen. Dann folgte aber leider ein Einbruch, der an der schlechten Annahme lag. Lindow benötigte nur einen Spieler in der Aufgabe um zum 18:18 auszugleichen. Schwedt stemmte sich dann wieder dagegen, musste aber auch diesen Satz mit 25:23 abgeben. Jetzt war aber auch der letzte Schwedter aufgewacht. Es entwickelte sich ein gutklassiges Spiel, in dem von nun an die Schwedter beständig die Nase vorn hatten. Pohl konnte mit seinen Aufgaben in Serie punkten. Der Block von Dreblow stand fest und Rother und Böttcher waren erfolgreich im Angriff und fanden den Weg durch den gegnerischen Block ins Feld. Beide Mannschaften nutzten ihre zwei möglichen Auszeiten. Schwedt führte zwischenzeitlich mit 20:13. Aber Lindow kam bis auf 21:19 noch mal heran. Böttcher und Schönemann konnten aber dann den Sack zu machen zum Endstand von 25:20. Im vierten Satz schien bei Lindow die Luft raus zu sein. Diesmal verloren sie völlig den Kontakt zum Ball. Pohl konnte allein durch Aufgaben 8 Punkte hintereinander erzielen. Beim Stand von 19:12 kam Grewing für Rother. Rother sollte geschont werden und Grewing benötigte Spielpraxis für seinen Einsatz im darauffolgenden Spiel. Auch Grewing fügte sich gut in das Spiel ein. Vorn am Netz sorgten Dreblow und Böttcher weiter für klare Verhältnisse. Tschernitschek führte in der Aufgabe die Mannschaft zum 25:13 Satzsieg. Es sollte der Tie Break entscheiden. Lindow war wieder wach. Es entwickelte sich ein ausgeglichener, spannender fünfter Satz. Die Führung wechselte mehrmals. Beide Mannschaften ärgerten sich oft über vermeidbare Fehler. Das bessere Ende hatte Lindow mit 15:13 und damit den ersten Sieg mit 3:2 in der neuen Saison.
Gegen eine wesentlich jüngere Angermünder Mannschaft sollte aber jetzt der oben beschriebene Optimismus Realität werden. Schönemann musste leider dienstlich den Wettkampftag beenden. Seine Aufgabe musste nun Grewing vollständig übernehmen. Doch wieder fehlte den Schwedtern zu Spielbeginn die nötige Einstellung. Man konnte zwar das Ergebnis bis kurz vor Satzende offen halten, aber verlor 25:23. Dasselbe Bild sah man wieder im zweiten Satz. Auch der endete 25:23. Zu beiden Spielabschnitten ist nicht viel zu sagen. Schwedt versäumte es, eine erzielte Führung auszubauen, und Angermünde nutzte konsequent die Schwedter Annahmeschwächen. Beim 7:6 im dritten Satz legte Schwedt endlich den Hebel um. Angermünde war praktisch chancenlos. Grewing im Block, Rother und Böttcher im Angriff und Pohl und Tschernitschek beim Aufschlag brachten den Satz sicher zu Ende. Dem 25:15 sollte ein ebenso klarer Erfolg im vierten Satz folgen. Diesmal gelang es Pohl, Dreblow und Tschernitschek auch von der Position Drei überraschend und wirkungsvoll einzusetzen. Wobei Dreblow hier altersbedingt natürlich die stärkeren Momente hatte. Trotzdem kam Angermünde immer wieder heran. Weil Schwedt seine Annahmeschwächen nicht überwand, konnte der Gegner bis zum 18:17 für Schwedt den Satz offen halten. Ein starker Block von Dreblow und ein weiterer toller Angriff durch ihn von der Drei brachen den Widerstand der Angermünder. Mit fünf Aufschlägen beendete Rother den Satz zum 25:18.
Wieder musste ein Tie Break entscheiden. Schnell lag Schwedt mit 1:5 zurück. Mit 8:7 für Schwedt wurden aber dann letztmalig die Seiten gewechselt. Wieder waren es die Aufgaben von Pohl, die das Schwedter Spiel sicher machten und die erforderliche Ruhe erzeugten. Beim Stand von 11:7 waren dann wohl die Messen gesungen. Auch wenn Angermünde sich noch einmal herankämpfte, gewann Schwedt mit 15:13. Böttcher brachte seine Angriffe sicher ins Ziel und Rother setzte mit einer Finte den Schlusspunkt zum 3:2 Spielgewinn für Schwedt.
Abschließend gewann Angermünde 3:1 gegen Lindow. Angermünde fühlte sich als Tagessieger und bei Schwedt hielten sich Optimisten und Pessimisten die Waage.
Schwedt spielte mit:
Mike Pohl, Torsten Böttcher, Thomas Rother, Uwe Tschernitschek, Phillip Dreblow, Hagen Gohlke, Christian Grewing, Uwe Schönemann, Andreas Fiedel, Uwe Stief
Quelle:
TSV Blau Weiss 65 Schwedt/Oder e.V.